Anbau & Ernte

Der Anbau von Teff in Äthiopien

Injera ist das Nationalgericht Äthiopiens und die Hauptnahrungsquelle vieler Millionen Menschen. Es ist ein Fladenbrot das aus Teffmehl hergestellt wird. Zusätzlich wird Teff auch zu dem traditionellen alkoholischen Getränk Tela verarbeitet. Demnach ist Teff, auch Zwerghirse genannt, die wichtigste Getreideart des äthiopischen Staates. Das glutenfreie Getreide gehört zur Verwandtschaft der Süßgräser und ist in der Regel in Äthiopien und Eritrea verbreitet.

Die Samenkörner sind äußerst klein, wobei sie sich gerade für die Nomaden als Saatgut eignen. Die kleinen Körner lassen sich überall verstauen, so hat man immer genug Samen. Auch, wenn man größere Flächen beackern will. Es sind zwar immer mehr Bauern sesshaft geworden, doch die Landwirtschaft wird auch künftig von Teff-Feldern geprägt. Da die Pflanze relativ zügig wächst und nicht sonderlich viel Wasser benötigt, wird sie meistens während der Regenzeit ausgesät. Anschließend kann sie schon nach circa drei Monaten geerntet werden. Bei der Ernte hilft die ganze Familie mit. Damit die Kinder ihren Familien helfen können, existieren extra zwei Schulzeiten. So können während die einen am Morgen die Schule besuchen, die anderen auf den Feldern mithelfen, mittags dann umgekehrt.

Die Zwerghirse wird lediglich von einigen wenigen Krankheiten und Schädlingen befallen, die von untergeordneter Bedeutung sind. Lediglich vor Nagern muss es gesichert werden. Trotzdem ist häufiges Jäten erforderlich, da das Teff sonst von Unkräutern bedrängt wird. Oft wird Teff von Bauern angepflanzt, wenn Buchweizen oder Mais nicht aufgegangen sind, da Teff  anspruchslos ist und Dürreperioden sowie eine anhaltende Staunässe aushalten kann. Trotzdem ist Teff anfällig für Halmknicke die wiederum die Erträge stark senken. Die Keimfähigkeit bleibt lange erhalten und die Lagereigenschaften der Zwerghirse sind ausgezeichnet.

Teff wächst in Äthiopien auf einer Höhe von 0 bis 2800 m. Den besten Ertrag erreicht das glutenfreie Getreide zwischen einer Höhe von 1800 und 2110 m, sowie eines Jahresniederschlags von 750 bis 850 mm und einer Temperature von 15 bis 21 °C. Weniger als 250 Millimetern Niederschlag und Temperaturen über 22 °C während der Bestäubung Zeit führen zu vergleichsweise schlechteren Ernte Ergebnissen. Die Zwerghirse wird vorwiegend im Norden von Äthiopien zwischen Juni und August, also in der Sommerregen Zeit, ausgesät und anschließend von Oktober bis Dezember geerntet.

 

Wie kann man Teff anbauen?

1. Die richtige Erde aussuchen

Man kann gute Erde in vielen Filialen oder in Onlineshops kaufen oder die Blumenerde und den Kompost aus dem eigenen Garten nehmen und zu gleichen Teilen mischen. Erde aus dem eigenen Garten zu nehmen, ist zwar nicht ganz so wirksam, doch man kann versuchen, die Zwerghirse in jedem schnell abfließenden Bodentyp anzupflanzen. Bilden sich Klumpen oder versickert das Wasser nicht richtig, dann sollte man etwas Sand unter die Erde legen.

2. Die Saat setzen

Man sollte die Teffsamen am Anfang des Frühlings drinnen , und im Spätfrühling draußen aussetzen. Für die besten Ergebnisse, sollte man die Samen der Zwerghirse ungefähr 6-8 Wochen vor dem letzten Frost, also kurz vor dem Frühlingsanfang, drinnen einsetzen. Man kann jedoch auch bei einer Bodentemperatur von über 10 °C anfangen, die Samen draußen  einzusetzen. Die Samen werden dann jedoch höchstwahrscheinlich nicht genug Zeit zum Reifen haben und man muss deshalb bis zum Ende der Saison warten, um die Ernte zu ernten. Bedecke die Saat mit einer dünnen Schicht Erde. Das Saatgut sollte ungefähr 5 mm unter der Oberfläche liegen. Am besten setzt man die Samen in einem Abstand von 5 bis 8  cm ein.

3. Vor direkter Sonne schützen

Die Aussaat sollte zwar in einer warmen Umgebung ausgelegt werden, jedoch sollte es zu keiner direkten Sonneneinstrahlung kommen. Es reichen wenige Tage damit die Samen zu Sämlingen keimen. Teff wächst am besten an hellen Plätzen, wo es jedoch keine direkte Sonneneinstrahlung gibt und bei Temperaturen um die 25 °C.

4. Wann brauchen die Samen Wasser?

Es ist wichtig zu wissen, wann man den Samen Wasser zukommen lassen muss. Um den Samen beim Keimen zu unterstützen, kann man sie nach der Aussaat etwas bewässern. Man sollte die Samen im weiteren Verlauf nur noch gießen, wenn die Erde trocken ist und nicht wenn sie sich noch feucht anfühlt. Da das Teff nicht gedeihen kann, wenn die Saat im Wasser liegt, sollte man darauf achten, dass das Wasser gut abfließen kann.

5. Sämlinge aussetzen

Man sollte die Sämlinge an einem Ort mit direkter Sonneneinstrahlung aussetzen, sobald das Wetter wärmer wird. Nach dem letzten Bodenfrost und bei einer Bodentemperatur von mindestens 10 °C sollte man die Teffsamen einzeln ausgraben. Beim Umtopfen sollte man darauf achten, dass die Wurzeln nicht beschädigt werden. Man kann die Sämlinge jedoch auch einfach im Garten aussetzen. Man sollte hierbei darauf achten das man dieselbe Erde wie zuvor verwendet. Damit die Sämlinge sich an die Außentemperatur anpassen können, sollte man sie an einem windgeschützten Platz mit Halbschatten halten und erst dann der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen.

6. Die Pflege der Pflanzen

Die Zwerghirse gedeiht am besten in einem gut abfließenden Boden, der jedoch nie vollständig trocken sein sollte. Teff übersteht zwar leichte Temperaturschwankungen, doch am besten gedeiht es bei warmen Temperaturen. Wenn das Teff nicht richtig gedeiht oder  aber am unteren Teil oder an den Wurzeln schlecht  aussieht, sollte man der Pflanze weniger Wasser. Vertrocknet deine Hirse oder kippt sie um, kann man etwas Kompost unter die Erde mischen, damit die Pflanze mehr Feuchtigkeit speichern kann.

7. Die Saat ernten

Möchtest man Samen zum Pflanzen im nächsten Jahr haben, dann sollte man sie ernten, bevor Wildtiere wie Vögel auf sie aufmerksam werden. Wie lange die Zwerghirse bis zur Reifung braucht, hängt vom Klima ab, in dem sie gepflanzt wurde. Deshalb sollte man die Ähren im Blick behalten, sobald sie blühen. Die Samen wachsen am oberen Ende der Pflanze und ihre Samenhülle wird aufbrechen und die Samen freigeben. Man sollte von Zeit zu Zeit eine der Samenhüllen öffnen, um zu erkennen, ob die Samen im Inneren braun oder schwarz sind. Denn dann sind sie zum Ernten bereit. Die Samen sollte man einzeln pflücken oder den gesamten Halm abschneiden. Die Pflanze stirbt leider nach einer Samenproduktion wieder ab.

8. Was mache ich nach der Ernte?

Man sollte die Ähren circa 2 Wochen in einer Papiertüte trocknen. Um die Samen von der Spreu zu trennen, kann man die Papiertüte kräftig schütteln. Anschließend sollte man die Samen der Zwerghirse an einem dunklen, trockenen Platz lagern. Diese Samen kann man wiederum im kommenden Frühling aussetzen.