Quinoa

Quinoa

Quinoa, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gänsefüße in der Familie der Fuchsschwanzgewächse, ebenso wie Amaranth. Die Pflanzen sind anspruchslos und können bis in Höhen von 4200 m gedeihen. Ihre Herkunft sind die Anden.

Quinoa ist eine einjährige, meistens gynomonözische (das bedeutet: es sind neben rein weiblichen auch zwittrige Blüten vorhanden), krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 50 bis 300 cm. Sie bildet reich verzweigte Pfahlwurzeln aus, normalerweise ca. 30–50 cm lang, diese können aber bis 1,5 m tief reichen. Der aufrechte rippige Stängel ist grün, gelb, violett oder dunkelrot gefärbt, oder auch gestreift, mit einem Durchmesser bis 5 cm. Man kann die jungen Triebe und Blätter essen, jedoch verwendet man meist die „Nüsschen“ der Quinoa Pflanze die man, ähnlich wie Reis, einfach in Wasser kochen kann.

Die in Knäueln erscheinenden Blüten sind unscheinbar, weiblich (2–5 mm) oder hermaphroditisch (3 mm), bei Hybriden können auch sterile männliche auftreten, sie sind stiellos und fünfteilig, ohne Kronblätter. Die Quinoa Pflanzen ist frost- und trockenheitsresistent und wächst auf durchlässigen, stickstoff- und kalziumhaltigen Böden, am besten sandige bis sandig-lehmige Böden. Die Pflanze akzeptiert gut verschiedene Klimata und der Temperaturbereich, in dem sie leben kann, liegt bei −8 °C bis +38 °C, ideal ist jedoch eine 15–20 °C.

In der Andenregion Südamerikas gilt Quinoa bereits seit etwa 6000 Jahren als Nährstoff- und energiereiches Grundnahrungsmittel.

Im Jahr 2013 wurde die Quinoa Pflanze zur „Pflanze des Jahres“ gekürt. Heute ist Quinoa meistens als glutenfreies Superfood bekannt und ist in Reformhäusern, Drogerien und Supermärkten erhältlich.
Es gibt verschiedene Arten von Quinoa. Weiße Quinoa findet man häufiger und ist im Vergleich zu den anderen Sorten, die günstigere Variante. Sie ist am fettärmsten und nussig im Geschmack. Die Garzeit von weißem Quinoa liegt bei etwa 10 bis 15 Minuten.

Schwarze Quinoa schmeckt nicht sonderlich anders, ist jedoch etwas härter im Biss und die Garzeit liegt bei circa 15 bis 20 Minuten. Rote Quinoa sollte man, ähnlich wie schwarze Quinoa, etwas länger kochen. Rote Quinoa behält im Vergleich zu den anderen Sorten die Form, ist hübsch anzusehen und wird daher häufig für Salate verwendet.

Es gibt auch noch gepufften Quinoa und Quinoa Flocken. Beide Sorten werden vorwiegend als Müsli-Zutat verwendet.
Häufig sind auch Quinoa-Mischungen mit zwei oder drei Farben in den Supermärkten zu finden.
Weil Quinoa, anders als Roggen oder Weizen, nicht zu den Süßgräsern zählt, sind die Samenkörner glutenfrei.
Die Pflanze wird daher auch als „Pseudogetreide“ bezeichnet.
Die Pflanze ist völlig anspruchslos im Anbau: Die Aussaat erfolgt auf lockeren, möglichst unkrautfreien Böden; Düngen und Wässern ist praktisch nicht notwendig und kann sogar den Ertrag schmälern.
Die Quinoa Pflanze ist eine ausgezeichnete Quelle von essenziellen Aminosäuren wie Lysin, Tryptophan oder Cystin und liefert mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Quinoa weist einen hohen Gehalt an Mineralstoffen auf – unter anderem Magnesium (ca. 300 mg), Eisen (ca. 8 mg), Kalium (ca. 800 mg) und Kalzium (ca. 120 mg), aber auch Mangan und Eisen.
Das machte Quinoa als gesunde Eiweißquelle für Veganer interessant, sorgt aber auch für einen gewissen Hype bei konventioneller gesunder Ernährung.

Obwohl Quinoa jetzt auf dem Superfood Trend aufgesprungen ist, heißt es nicht gleich, dass es so gesund ist wie alle denken. Trotz der guten Nährwerte sollte man auf Quinoa als Getreide-Ersatz im Rahmen einer Low-Carb-Ernährung verzichten, da dieser Ersatz definitiv nicht sinnvoll ist.

Das Pseudogetreide ist sehr energiereich (je nach Sorte um die 400 Kilokalorien pro 100 Gramm) und liefert diese Energie auch über enthaltene Fette (überwiegend ungesättigte), aber besteht hauptsächlich aus Kohlehydraten. Quinoa macht, im Gegensatz zu normalem Getreide, länger satt und vermeidet Heißhungerattacken.

Im ungeschälten Zustand sind die Samen nicht für den Verzehr geeignet. Auch geschält sollten die Körner stets gut abgespült oder gekocht werden, um alle unverträglichen Bestandteile, wie die verbliebenen Saponine, weitestgehend zu entfernen.

Besondere Vorsicht ist bei Menschen mit Erkrankungen im Darm oder bei Kleinkindern bis etwa zwei Jahren angebracht: In beiden Fällen ist die Darmschleimhaut nicht robust genug, die Saponine können ins Blut gelangen und speziell die roten Blutkörperchen angreifen. Jedoch kann man aufatmen. Die in Deutschland erhältlichen Samenkörner sind bereits geschält, man sollte sie dennoch noch einmal gründlich waschen.

Da die Pflanze nicht zu den Süßgräsern zählt, enthält Quinoa keinerlei Gluten.
Das macht die Samen besonders für Menschen mit Zöliakie oder einer milderen Form der Gluten-Unverträglichkeit zur interessanten Alternative als Beilage.
Wenn man Quinoa zum Backen verwenden möchte, kann man den Gluten Anteil des Gebäcks senken, jedoch leider nicht vollständig ersetzen.
Beim Backen ist Quinoa hingegen keine Alternative: Das Klebereiweiß Gluten sorgt nämlich beim Backen dafür, dass Teige für Brot oder Kuchen locker und luftig werden.

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